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Die Commodore Amigas sind in die Jahre gekommen und immer mehr Amigas geben ihren Geist auf. Oft sind es kleine Defekte die recht einfach repariert werden können. Wird ein Amiga eingeschaltet, testet sich der Rechner selbst und gibt ggf. Fehlercodes aus. Die Fehlercodeausgabe erfolgt über den Bildschirm und der Tastatur-Capslocktasten-LED.
Die Fehlermeldungbeschreibungen wurden von mir aus den Weiten des Internets zusammen getragen und basieren teilweise auf eigenen Erfahrungen (Amiga 500 / Amiga 2000). Die Ursachenbeschreibungen beziehen sich auf verschiedene Ausbaustufen der Amigas, daher werden auch Hardwareerweiterungen erwähnt, die nicht jeder hat.
Im Text werden mögliche Symptome aufgezeigt, aber nicht wie man sie richtig repariert.
Beim Starten zeigt der Amiga am Bildschirm über eine Farbe seinen Selbstteststatus an. Werden beim Starten Grautöne und ein weißer Schirm nacheinander angezeigt, sind es positive Ergebnisse. Zeigt der Bildschirm hingegen etwas farbiges an, liegt leider irgendwo ein Fehler vor. Nicht alle Statusfarben werden bei allen Amiga OS Versionen verwendet.
Statusfarbe: dunkelgrau
Hardwaretest ist OK
Statusfarbe: hellgrau
ROM Prüfung ist OK
Statusfarbe: weiß
Der Systemtest wurde erfolgreich abgeschlossen
Der Amiga hat seinen Selbsttest abgeschlossen und es gibt genug RAM Speicher (mind. 256KB CHIP-MEM und ggf. 256KB FAST-MEM). Der Amiga ist bereit zum Booten
Nach erfolgreichen Abschluss des Selbsttestes wird der Bootbildschirm angezeigt oder der Rechner bootet direkt von Diskette, Festplatte etc.
Anmerkung Die Fehleranzeigen können durch verschiedenen Fehlerkombinationen verfälscht werden.
schwarzer Schirm
Videoausgabe ist defekt
mögliche Ursache
Anmerkung
Statusfarbe: rot
Fehler beim ROM (Kickstart) gefunden
mögliche Ursache
Anmerkung
Statusfarbe: grün
Fehler im CHIP-MEM (RAM Speicher) gefunden
mögliche Ursache
Statusfarbe: blau
Fehler in einem der Custom Chips gefunden
mögliche Ursache
Anmerkung
Statusfarbe: gelb
Ein Softwarefehler ist aufgetreten bevor die Fehlerbehandlungsroutine (GURU) installiert wurde.
mögliche Ursache
Anmerkung
Statusfarbe: türkis
Kickstart WCS (Writable Control Store) RAM-Fehler (nur Amiga 1000)
mögliche Ursache
Anmerkung
Bildschirmfarbe violett
keine Bezeichnung
mögliche Ursache
Anmerkung
Die Amiga-Tastatur wird beim Selbsttest explizit überprüft und bei einer Fehlermeldung wird die Capslook-Tasten LED mittels blinken als Fehlerausgabe benutzt.
Aufleuchten der Capslocktaste beim Bootvorgang
Beim Starten eines Amigas leuchtet die Capslocktasten LED kurz auf. Dies ist ein normaler Vorgang und bedeutet kein Fehler. Die Capslock LED wird nur beim Bootvorgang als Fehleranzeige vom System genutzt. Bei einem gestarteten System kann die Capslock LED auch durch Programme gesteuert werden. Dies bitte nicht mit dem Fehlercodes beim Selbsttest der Tastatur verwechseln.
Meldung: Keyboard ROM check failed.
Blinkrytmus: 1x
Eine fehlerhafte Tastatur ROM Prüfsumme wurde festgestellt.
möglicher defekter IC Baustein
Meldung: Keyboard RAM check failed.
Blinkrytmus: 2x
Ein Fehler im Tastatur-RAM wurde festgestellt.
möglicher defekter IC Baustein
Meldung: Watch dog timer failure.
Blinkrytmus: 3x
Der interne Tastatur-Timer läuft nicht richtig.
mögliche defekte IC Bausteine
Meldung: A short between two lines or the special control keys
Blinkrytmus: 4x
Es wurde ein Kurzschluß in der Tastatur-Matrix festgestellt.
Die Capslocktasten LED Leuchtet gar nicht.
Läuft der Amiga und die Tastatur normal, aber die Capslocktasten LED leuchtet nicht, dann dürfte es einen Defekt an der LED selbst geben.
Die Capslocktasten LED leuchtet immer.
Die LED der Capslocktaste leuchtet immer und der Bootvorgang bleibt hängen. Hierbei dürfte die Capslooktasten LED keine Aussage haben. Hierbei ist die letzte dargestellte Bildschirmfarbe von Bedeutung. Eine andere Art von Dauerleuchten ist mir persönlich nicht bekannt.
Anmerkung Das Blinken der Bilder ist eher symbolisch zu sehen und wurden von mir Pie mal Daumen erstell.
Leider hat Commodore damals vorwiegend Federkontakt IC Sockel verwendet. Mit der Zeit kann es passieren, dass die Federkontakte sich „verbiegen“ bzw ICs leicht rausrutschen, so dass zum IC Baustein ein schlechter oder gar kein Kontakt vorliegt. Ein weiterer Grund kann eine schlechte Lötstelle am IC Sockel sein. Diese haben meist ihren Ursprung schon bei der Fertigung, weil etwas bei der Verlötung schiefgelaufen ist. Dennoch kontaktierte das Lötzinn zwischen Platine und Bauteil ausreichend, so dass kein Fehler festgestellt wurde. Mit den Jahren ändert das Lötzinn seine Eigenschaften, so dass das Kontaktieren zwischen Bauteil und Platine nicht mehr ausreichend ist. Auch mechanische Einwirkungen (z.B. Motherboard biegen) können zu schlechten Lötstellen führen.
Bei einem defekten IC Sockel muss dieser ausgetauscht werden. Als neuer Sockel sollte nur einer mit gedrehten Kontakten eingesetzt werden.
Im Amiga sind verschiedene IC (Abkürzung für integrated circuit / integrierter Schaltkreis) / Chip-Baustein Typen verbaut. Hierzu gibt es auch verschiedene Bauformen. Die bekanntesten hierfür dürften die DIL Bauform sein. Nicht alle IC Bausteine wurden gesockelt, sondern sind direkt auf dem Amiga Board verlötet.
Meistens werden durch Kontaktproblemen Fehler ausgelöst. Bei gesockelten ICs kann das vorsichtige Nachdrücken hilfreich sein. Ist der Chip selbst defekt, muss dieser ausgetauscht werden.
Ein grundsätzliches Problem kann die Spannungsversorgung sein. Stimmen die Spannungs- und/oder Stromwerte nicht, können die merkwürdigsten Fehler auftreten.